Mein erstes Mal: Stuttgarter Oper

Stuttgart ist Kulturhauptstadt. Ob Theater, Musical, Ballett oder Oper – im Kessel wird so einiges geboten. Umso skandalöser ist eigentlich die Tatsache, dass ich diese kulturellen Highlights direkt vor meiner Haustür bisher mehr oder weniger vernachlässigt habe.

Eigentlich bin ich ja eher der Kinotyp – und Konzerte, Konzerte sind super! Auch ins Theater verschlägt es mich hin und wieder. Musical dagegen ist überhaupt nichts meins – sorry, isch halt so! Und vom Ballett oder der Oper war ich bisher so meilenweit entfernt wie Stuttgart von einem Luftkurort. Bisher…

Wie kann das sein? Schließlich sind die hiesige Oper und auch das Ballett weltberühmt! Vor allem die Stuttgarter Staatsoper wurde schon mehrfach als Opernhaus des Jahres ausgezeichnet und bietet ein Weltklasse-Niveau. Berühmte OpernsängerInnen aus aller Welt und Inszenierungen, die von der Presse gefeiert werden, sind der beste Beweis. Um meinem Ich-war-noch-nie-in-der-Oper-Missstand endlich ein Ende zu setzen, ging es für mich vor ein paar Wochen dann tatsächlich ins Stuttgarter Opernhaus. For the very first time.

 

 

 

Bisher habe ich bei einer „Oper“ irgendwie immer an den Film Pretty Woman zurückdenken müssen. Da gibt es diese eine Szene, in der Julia Roberts und Richard Gere eine Opernaufführung besuchen. Früher als Kind habe ich nie verstanden, was die Frau da auf der Bühne singt und warum sich Julia Roberts zum Schluss „fast in die Hose gepinkelt“ hätte. Heute weiß ich, dass so eine Oper dann doch recht lang gehen kann. Sehr lange sogar! Welches Stück im Film aufgeführt wurde – das bleibt mir weiterhin ein Rätsel. Google hilft mir da auch nicht weiter. Und ich will mich hier auch nicht blamieren, gell?!

Bei meinem ersten real Life Opernbesuch standen „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach auf dem Spielplan. Drei Akte, über drei Stunden und wie der Originaltitel – Les Contest d’Hoffmann – bereits verrät, ein französisches Stück. Ohne den Obertitel, der parallel zum Gesungenen auf einem Screen oberhalb der Bühne eingeblendet wird (ja, das gibt es tatsächlich), wäre ich also absolut aufgeschmissen gewesen. So klappte es an diesem Abend aber gut – sehr gut sogar.

Eigentlich war ich mir vorab ja ziemlich sicher, dass die Oper bestimmt nichts für mich sei. Eine etwas angestaubte, weniger coole Institution, für die ich noch viel zu jung bin. Und auch wenn ich an dem Abend – vorsichtig gesagt – eher zu den „jüngeren Zuschauern“ im Saal gehörte, so hatte ich meinen Spaß!

 

 

 

Ehrlich gesagt war ich sogar ziemlich beeindruckt. Von der Inszenierung, dem Bühnenbild, der Musik, der Stimmung und den Stimmen, die live und ohne Mikrofon (True Story!!!) den kompletten Saal ausfüllen. Und auch wenn das Stück extrem lange ging, war es zu keiner Sekunde irgendwie langweilig. Und keine Angst, wie Julia Roberts wird sich niemand fühlen müssen, denn es gibt nach jedem Akt eine kleine Pause. Es war sicher nicht mein letztes Mal in der Stuttgarter Oper. Bravo!

Infos und Tickets aller Preisklassen findet ihr auf: www.staatsoper-stuttgart.de

Mojo

 

 

PS: Unbezahlter Post. Besten Dank an Sara Dahme für die Einführung in die Welt der Stuttgarter Oper.

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